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Kleinvenedig Ambergs: Die Schiffgasse von der Krambrücke aus gesehen.
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Planer bei der Arbeit: Thomas Gerl, Katrin Schmidl, Wolfgang Birke (Englhard Bau GmbH) und Anton Landgraf (Ingenieurbüro ALS).

5 Sinne: Sehen
Gleiche Chancen: Die beruhigte Stadt
Neugestaltung der Schiffgasse in Amberg

“Kleinvenedig Ambergs” könnte man die Schiffgasse nennen. Zwar gibt es keine Gondeln oder Gondoliere, die verliebte Pärchen unter Kram- und Schiffbrücke hindurch zur Stadtbrille und weiter durch die Vilsauen zum exklusiven Hotel Drahthammer-Schlössl verfrachten würden. Stattdessen haben sich als beliebte Touristenattraktion die Plättenfahrten etabliert. Die flachen Schiffe erinnern an die Zeit des Eisen- und Salzhandels auf Vils und Naab.

Ankerplatz für Erinnerungen
Fand man in der Schiffgasse Mitte des vergangenen Jahrhunderts noch beengte Wohnverhältnisse mit winzigen Stuben und nasskalten Wänden vor, so ist inzwischen ein Teil der Häuser im Quartier grundsaniert. Im Zug der geplanten Umgestaltung wurde über die Neuordnung der Straße nachgedacht, und zwar nicht nur in rein baulicher Hinsicht. Als mustergültig lässt sich die neue Lösung bezüglich der Interessensabwägung bezeichnen. “Zu Beginn der Planung hieß es: Gut, wir machen jetzt einfach diese Mauer. Die müssen wir richten. Aber dann wurde klar: Wenn wir jetzt die Chance haben, in der Zonierung grundsätzlich was zu ändern, dann sollten wir diese Chance nutzen”, sagt Architekt Andreas Kampik. Mit seinem Münchner Büro hat er sich um die Amberger Stadtplanung auch schon bei der programmatischen Gestaltung der Bodenbeläge und im Rahmen der Landesgartenschau verdient gemacht.

Alles an seinem Platz
Für die Zukunft ist eine dreifache Zonierung geplant, bei der Fußgänger, Auto- und Radfahrer gleichermaßen berücksichtigt werden. Der Gedanke dahinter ist, “die Wichtigkeiten in dieser Straße zurechtzurücken”, so Kampik. Momentan kann man eine wunderbare Ufersituation vorweisen, die aber von Autos verstellt ist. Zwar parken dort relativ wenige Fahrzeuge, die das Gesamtbild aber nachhaltig stören. Verwirrend wirkt die Wegeführung vor allem auf Fußgänger. An Stadtbrille und Zeughaus vorbei besteht bereits seit der Landesgartenschau (LGS) 1996 ein attraktiver Spazierweg, der sich nach Süden an der Vils entlang und quer durch die Anlagen der LGS in den Vilsauen fortsetzt. In der Schiffgasse bricht die Verbindung urplötzlich ab. Ein zweiter Gesichtspunkt in Sachen Fußgänger betraf die Senioren aus dem Marienheim, ergänzt Planer Kampik. “Die wollten einfach eine bessere Anbindungsmöglichkeit in die Stadt haben, einen bequemen Weg”. Von diesen Grundvoraussetzungen aus gehe es dann ganz schnell ins Detail und zu der Frage, wie sich die verschiedenen Aspekte alle zusammenbringen lassen. Schließlich waren ja auch die Anwohner mit ihren besonderen Bedürfnissen als Nutzer des Wohnquartiers zu berücksichtigen, nicht zu vergessen die Vorgaben von Verkehrs- und Wasserwirtschaftsamt.

Gleiche Chancen: Die beruhigte Stadt
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